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In der alten Grafschaft Mörs.
V.
Der graste Fräsest von Menselen
(„Sie Heimat" 1876, Nr. 18).
In Mensclen im Teiche, da liegt der große FroschMit Ketten angeschmiedet nm seine breite Gösch.
Lr deckt mit seinem Leibe wohl viele Meilen zu,
Doch ist er fcstgeschlossen und liegt in guter Ruh.
Und in dem ganzen Lande geht diese Sage rund,
Daß, wird er einstens kommen hervor aus Teiches Grund,Das ganze Dorf von Menseln gar übel war daran,
Dann würden alle Menstier zu quaken sangen an.
Den jdfarrer ans der Kanzel ereilt zuerst das Leid,
Denn wird er pred'gen wollen, so tut cr's nicht gescheit,Mit scheußlichem Geqnake heb er die predigt an,
Daß baß darob erstaunen die Hörer Mann für Mann.
Dem Küster dann zum zweiten geschieht das Ungemach,
Ivill »ach dem Ton er singen, so quaket er danach.
Und dann die Sänger alle in feierlichem Thor,
Sic quaken sich einander, was sie sangen, vor.
Die fromme Pfarrgemeinde ist baß darob gerührt:
Und fragt einand' voll Schrecken, was wohl den Kerls passiert?Doch was sie sagen wollen, sie quaken es — o weh!— Der Frosch ist losgekommen wohl ans dem tiefen See.
Drob fast vom Ivmni gestochen stürzt die Gemeind' herausUnd alle sehn erschrocken an ihrer Kehl' — o Graus! —Die Gösch hervorgeblasen, so grvß schier wie ein Sack,
Dräns statt vcrnünst'ger Rede nichts anderes tönt als: (guak.
Und einer geht zum andern, will sagen: „Guten Tag!"
Doch kann er es nur quaken — o große Ungemach!Die Kinder die sonst lallen an treuer Mutterbrust,
Sie können gleich schon quaken, das ist 'ne wahre Lust.
Ulm schlimmsten für die Uleiber, die sind ja nimmer still,
Denn wenn die ein' der andern was Reu's erzählen will,So quakt sie so geläufig wie sonst sie's hat geschwatzt,Daß einem von dein Lärmen das Trommelfell fast platzt.
Und auch dies kleine Liedchen — wie wird es ihm ergeh»,Ivenn das die armen Mens'ler erst vor den Dingen sch'n?Denn statt es abzusingen sie quaken ans der Gösch':
Gott schütz euch arme Mens'ler, daß los nicht kommt der Frosch
Heinrich Bühren. ")
*1 h. Bühren aus Lorth bei Wesel, kk. Professor zu Troppau, -h ^875 als G^'innasialdirektor in Ungarn.