Nu Vcn Ufern des Rheines.
Dller Hämmer schwersten nahm er in die Hand.
,,Dchtung, daß ihr was lernet", rief er zornentbrannt.
I>a schlug er ans die Stange einen Schlag, der war nicht krank.Der Stein zerbarst, der Ulmboß in der Erde Grund versank;
In Funken war zerstoben der glühen Stange Last,
Zerbrochen lag die Zange, mit der er sie gefaßt,
Der Schlegel brach in Stücken nieder von dem Schaft,
Das Haus begann zn zucken von des Schmiedes kindischer Kraft.
„So sollt ihr mir schmieden", sprach Siegfried, „fortan:
Morgen komm ich wieder, nnd wer es dann nicht kann,Den schweiß' ich ans den Ulmboß." So ging er ans dem Haus.„G weh des Geschmiedes", rief unser Meister da ans,
„G weh mir, immer wehe, daß ich den Tag erlebt,
Mo mir das Herz in Dngsten vor diesem Knaben schwebt.Run leb ich siebzig Jahre nnd drüber manchen Tag,Und nimmer sah ich, nimmer einen fürchterlicher» Schlag,
Ulis den auf diese Stange ein Kind hat geführt.
Und kommt er zn Iahren, daß ihn der Blitz nicht rührt(Das steht allein zn hoffen), so halte dich nur festDu deinen Fugen, Erde, sonst gibt sein UIrm dir den Rest.
Run gönn nns Godau gnadig vor seinem Dngrimm Ruh,Und werd' ich nicht sein ledig, ich weiß nicht, was ich tn'."So sprach der greise Meister in seines Herzens Not:
Er sann das KinS zu töten, da fand er selber den Tod.
Derweil zn seiner Mutter ging Siegfried der Held.
Da ward er wohl empfangen, sie sah nichts auf der MeliSo gern als seine Ulngen. Sie bot ihm läutern TrankUnd hieß ihn niedersetze»; des sagt' ihr der Junge Dank.
„Dch komme nur zu fragen, ob ich recht vernahm,Daß Sicgmnnd, meines Daters, Schwert Euch überkam?
Mick dünkt, ich hörte sagen, er gabs in eure Hand,
Ulis er von Godaus Neide den Tod und den Unsicg fand."
„Mohl hast du recht vernommen, es brach an Godaus Speer:Do» Godau ist sie kommen, die gute Masse hehr.
Ulis er bei Signes Hochzeit sie in die Eiche stieß,
Heraus zog sie Ziegmuüd, kein anderer vermochte dies.
,,Dic Godau hat verliehen, zerging an Godaus Kraft;
Er mochte wohl beneiden des Helden Sicgcrschaft.
Mir blieben nur die Stücke; doch Siegmnnd sprach im Tod,
Durch Helm nnd Panzer zücke damit ein Held noch Munden rot."
„So gebt mir bcr die Splitter", fiel Siegfried ein,
„Und schlagen sie noch Munden, laßt mich den Helden sein.
Hier ist ein Schmied, heißt Mime, ein Stümper seiner Knust,Iedcnnoch soll er's schmieden; vielleicht gerät's durch Godaus Gunst."