Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
34
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In Gsterath saß der Junggesellen ScharBei Kröllschcs, wo ein Trinkgelage warReih' ans, wie die Jungen von Gsterath.

Sie tranken braunen Gerstensaft und Met,

Und voll Begcist'rung flössen Lied und Red'

Reih' auf bei den Jungen vc>n Gsterath.

Man plaudert viel ans guter alter Zeit,

Ron starken Helden und von KriegcslcidReih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Man spricht von Kobold, Heinzelmännchen viel,

Buch Spuk und Wärwolf sind der Reden ZielReih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Man scherzt und trinkt, und manches Glas wird leer,

Doch manches Zechers Haupt verneigt sich schwerReih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Schon einer lehnt sein Haupt an Tisches Rand,

Manch volles Glas wird über ihn entsandtReih' auf bei den Inngen von Gsterath.

Denn wie der Schläfer ohne Regung saß,

So kreist an ihm vorbei das edle NaßReih' aus bei den Jungen von Gsterath.

Bls nun die Glocke spät zur Seimkehr mahnt,

Wird offenbar, was keiner hat geahntReih' auf bei den Jungen von Gsterath.

„Lr hat geneigt sein Haupt in Todesschlaf!"

Das Wort mit Leid und bitterm Kummer trafReih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Sie klagten: Hätten wir ihn doch geweckt,

Mit ihm vereint den kräft'gcn Trank geschmeckt!

Reih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Fürwahr! noch würd' er sich des Lebens freu'»,Wir hätten nicht dies Unheil zu bereu'»

Reih' auf bei den Jungen von Gsterath.

Sie schwuren, hielten'? treu seit diesem Tag;

Sic tranken künftig nur der Reihe nach,

Reih' auf, wie die Jungen von Gsterath.

Seitdem vernimmt man an des Rheines Strand,

Wo sich in Reihen was zusammen fand:

„Reih' auf, wie die Jungen von Gsterath!"

I. P. Lentzen.