I,
Vergeltung
s„?cr Nicdcrrhein" 1878, Nr. 15).
Es wachsen die Birken so hoch und so kraus,(D schneidet, ihr Mütter, cnch Ruten daraus;Sie hängen die Zweige so willig herab,
Beschatten so düster ein einsames Grab.
Drauf d.uht keine Blmne, drauf keimet kein Gras,Dort weint eure Mnttcr sich hager und blaß,Shr einziges Kind, das der lhügel bedeckt,kfat starr aus dem Grabe die Ihaud ausgestreckt.
Zum dritten Mal grub sie es tiefer hinein,verschloß es so fest mit felsigem Stein;lind kaum hat die Mutter die löände davon,Zerspaltet der mächtige Grabstein sich schon.
Und höher erhob sich der störrige Brut,
Es scholl eine Stimme! „B Mutter, erbarm!Es hangen viel Nuten wohl über dem Grab,G, schlag' mir die frevelnde lhand damit ab.
Ich hob sie im Leben so öfter gen Dich,
Erbarm Dich in: Tode und züchtige mich:
Gönnst Du den Gebciuen im Grabe nun Ruh',So zähl' nicht die Ifiebe, hau' rüstig drauf zu!"
Drob brach die Mutter viel Zweige und Reis',Es rannen die Tränen, es rann ihr der Schweiß;Und Dlbend schon deckte im mondlichten ScheinDas Rind und das Uleib der geborstene Stein.
Und über dem schrecklicheil Grabe gar baldErsproßte voll Birken ein schattiger Ulald,
Dort wallt manche Mutter mit ihrem Kind,Und bricht eine Rute zum Vngebind'.