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1 (1909)
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Sagen am ganzen Niederrhsin.

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Er wankt unbändig, mit schwerem Stein,Zur offenen Kirchenpforte hinein,g>nm Altar, wo im Kerzenglanz erhöhtMit dem Thristuskinde Maria steht.

Er schlendert den Stein dem Knaben zu;

Doch das hölzerne Bild im gleichen Nn,Als schlug' im Busen ein kserz ihm warin,

Nahm sorglich das Kind ans den linken Ulrm.

Der Sünder starrte und staunt' nicht lang;

Ulis dumpf sein fallender Stein erklang,

Wälzt er — denn alle Beranschtheit wich —Reuvoll, verzweifelnd im Staube sich.

Er schlich vorüber und schob den Stein,

Ihinfort ihn zu schleppen, ein.

Ging betend zurück, arbeitete dannUnd ward ein gottesfürchtiger Mann.

Er arbeitete selbst in des Ewigen lhausDie Mnndergeschichte mit Tränen aus;

Wohl Taufende pilgern heran und schau'nDas geflüchtete Kind mit heiligem Grau'n.

Friedrich Hang.

VI.

Nie Airchenstühle.

fNiederrhcinische volkssage.)

f„Niederrheinischer Geschichtsfrennd" 1881, Nr. 3).

Zur heilige» Weihnachtszeit nm Mitternacht,

Wo gern des frommen Christen Nuge wacht,

Saß eben, als die erste Mess' begann,

Iii seinem Kirchenstuhl ein reicher Mann.

Die meisteil Kirchcnstühle waren leer.

Doch auf den Steinen kniete rings umher

Der Nrmen Schar, auch mancher schwacher Greis

lind mancher Krüppel war in ihrem Kreis.

Andächtig betete der reiche Mann,

Und als die Sinnenwelt vor ihm zerrann,

Da schaut er Wunderbares im Gebet:

Maria nimmt das Kindclein und geht

Mit ihm durchs Gotteshans von Stein zu Stein,

Und jeden küßt das Iesn-Kindelein,

Doch an den Stühlen wandelt sie vorbei,

Auch an des Reichen Stuhl, zwar sündenfrei,

Mitleidig bei der Brüser Not und Schmerz

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