Deutschland.
Der Kaiser bewohnt den vierten SaabSchon seit Jahrhunderten sitzt erAuf steinernem Stuhl am steinernen Tisch,Das Haupt auf die Arme stützt er.
Sein Bart, der bis zur Erde wuchs,
Ist rot wie Fcnerflammcn,
Zuweilen zwinkert er mit dem Aug',
Zieht manchmal die Brauen zusammen.
Schläft er oder denkt er nach?
Man kann's nicht genau ermitteln;
Doch wenn die rechte Stunde kommt,
Wird er empor sich rütteln.
Die gute Fahne ergreift er dannlind ruft: „Zu Pferd! zu Pferde!"
Sein reisiges Volk erwacht und springtLaut rasselnd empor von der Erde.
Ein jeder schwingt sich auf sein Rotz,Das wiehert und stampft mit den Hufen!Sie reiten hinaus in die klirrende Welt,Und die Trompeten rufen.
Sie reiten gut, sie schlagen gut,
Sie haben ausgeschlafen.
Der Kaiser halt ein strenges Gericht,
Er will die Mörder bestrafen —
Die Mörder, die gemeuchelt einstDie teure, wundersame,
Gvldlockigc Jungfrau Germania! —
Sonne, du klagende Flamme!
Wohl mancher, der sich geboren geglaubt,lind lachend auf seinem Schloß saß,
Er wird nicht entgehen dem rächenden Strang,Dem Zorne Barbarossas! — — —
Wie klingen sie lieblich, wie klingen sie süß,Die Märchen der alten Amme!
Mein abergläubisches Herze jauchzt:
„Sonne, du klagende Flamme!"
Kapitel xv.
Ein feiner Regen prickelt herab,
Eiskalt, wie Nahnadelspitzcn.
Die Pferde bewegen traurig den Schwanz,Sie waten im Kot und schwitzen.