Deutschland.
Die Königstochter seufzte tief:
„Wenn das meine Mutter wüßte!"Der Pfcrdckopf herunter rief:
„Ihr Herze brechen müßte!"
Mit stuckendem Atem hvrchic ich hin,
Wenn die Alte ernster und leiserZu sprechen begann und vom Rotbart sprach,Von unserem heimlichen Kaiser.
Sic hat mir versichert, er sei nicht tot.Wie da glauben die Gelehrten,
Er Hause versteckt in einem BergMit seinen Waffcngefährtcn.
KyffhÄuscr ist der Berg genannt,lind drinnen ist eine Höhle;
Die Ampeln erhellen sv geisterhaftDie hvchgewölbten Säle.
Ein Marstall ist der erste Saal,lind dvrten kann man sehenViel' tausend Pferde, blnnkgcschirrt,
Die an den Krippen stehen.
Sie sind gesattelt und gezäumt,
Jedoch von diesen RossenKein einziges wiehert, kein einziges stampft.Sind still, wie aus Eisen gegossen.
Im zweiten Saale, auf der Streu,
Sieht man Soldaten liegen,
Viel tausend Soldaten, bärtiges Volk,Mit kriegerisch trotzigen Zügen.
Sie sind gerüstet von Kopf bis Fuß,
Doch alle diese Braven,
Sie rühren sich nicht, bewegen sich nicht,Sie liegen fest und schlafen.
Hvchausgestapclt im dritten SaalSind Schwerter, Streitäxte, Speere,
Harnische, Helme, von Silber und Stahl,Altfränkische Feuergewehre.
Sehr wenig Kanonen, doch genug,
Ilm eine Trophäe zu bilden.
Hoch ragt daraus eine Fahne hervor,Die Farbe ist schwarz-rot-gülden.e'S Werke. II. Bd. 14