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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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206
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L0S Deutschlands

Was ich in diesem AugenblickEmpfinde, ist unermeßlich;

Ach, diese schöne Stunde bleibtMir ewig unvergeßlich.

Ich danke euch für dnS Vertrau»,Womit ihr mich beehret,

Und das ihr in jeder PrüfungszeitDurch treue Beweise bewähret.

Mitwölfe! Ihr zweifeltet nie an mir,Ihr ließet euch nicht fangenVon Schelmen, die euch gesagt, ich seiZu den Hunden übergegangen,

Ich sei abtrünnig und werde baldHofrat in der LämmerhürdeDergleichen zu widersprechen ivarGanz unter meiner Würde.

Der Schafpelz, den ich umgehängtZuweilen, um mich zu wärmen,

Glaubt mir's, er brachte mich nie dahin,Für das Glück der Schafe zu schwärmen.

Ich bin kein Schaf, ich bin kein Hund,Kein Hofrat und kein SchellfischIch bin ein Wolf geblieben, mein HerzUnd meine Zähne sind wölfisch.

Ich bin ein Wolf und werde stetsAuch heulen mit den Wölfen

In, zählt auf mich und helft euch selbst,Dann wird auch Gott euch helfen!"

Das ivar die Rede, die ich hielt,

Ganz ohne Borbereitung;

Verstümmelt hat Kolb sie abgedrucktIn derAllgemeinen Zeitung."

Kapitel xm.

Die Sonne ging auf bei PaderbornMit sehr verdroßner Gebärde.

Sie treibt in der That ein verdrießlich GeschäftBeleuchten die dumme Erde!