Druckschrift 
2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

Atta Troll.

O, ich armer Schwabendichter!

In der Fremde muß ich tranrngAls verwünschter Mops verschmachten,Und den Hexenkessel hüten!

Welch ein schändliches VerbrechenIst die Zauberei! Wie tragischIst mein Schicksal: menschlich fühlenIn der Hülle eines Hundes!

War' ich doch daheim geblieben,Bei den trauten Schulgenossen!

Das sind keine Hexenmeister,Sie bezaubern keinen Menschen.

War' ich doch daheim geblieben,Bei Karl Mayer, bei den süßenGelbveiglcin des Vaterlandes,

Bei den frommen Mctzelsuppcn!

Heute sterb' ich fast vor HeimwehSehen möcht' ich nur den Rauch,Der emporsteigt aus dem Schornstein,Wenn man Nudeln kocht in Stukkert!"

Als ich dies vernahm, ergriff michTiefe Rührung; von dem LagerSprang ich auf, an den KaminSetzt' ich mich, und sprach mitleidig:

Edler Sänger, wie gerietestDu in diese Hexenhütte!

Und warum hat man so grausamDich in einen Hund verwandelt?"

Jener aber rief mit Freude:

Also sind Sie kein Franzose?

Sind ein Deutscher, und verstandenMeinen stillen Monolog?

Ach, Herr Landsmann, welch ein UmDaß der Legationsrat Kölke,

Wenn wir bei Tabak und BierIn der Kneipe diskuriertcn,

Immer ans den Satz zurückkam,Man erwürbe nur durch ReisenJene Bildung, die er selberAus der Fremde mitgebracht!