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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
108
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Zcitgcdichtc.

31.

Unsere Murine.

Nautisches Gedicht.

Wir träumten von einer Flotte jüngst,Und segelten schvn vergnüglichHinaus aufs balkenlose Meer,

Der Wind war ganz vorzüglich.

Wir hatten nnscrn Fregatten schvnDie stolzesten Namen gegeben;

Peutz hieß die eine, die andre hießHvffmann von Fallersleben.

Da schwamm der Kutter Freiligrath,

Darauf als Puppe die BüsteDes Mohrenkönigs, die wie ein Mond(Versteht sich, ein schwarzer!) grüßte.

Da kamen geschwommen ein Gustav Schwab,Ein Pfizer, eine Köllc, ein Mayer;

Ans jedem stand ein SchwabcngesichtMit einer hölzernen Leier.

Da schwamm die Birch-Pfeiffer, eine Brigg,Sie trug am Fockmast das WappenDer deutschen AdmiralitätAns schwarz-rvt-goldnem Lappen.

Wir kletterten keck an Bugspriet und RaanUnd trugen uns wie Matrosen,

Die Jacke kurz, der Hut bcteert,

Und weite Schifferhosen.

Gar mancher, der früher nur Thee genoßAls wohlerzogener Ehmann,

Der soff jetzt Rum und kante Tabak,Und fluchte wie ein Seemann.

Seekrank ist mancher geworden sogar,Und aus dem Fallersleben,

Dem alten Brander, hat mancher sichGemütlich übergeben.

Wir träumten so schon, wir hatten fastSchvn eine Seeschlacht gewonnen

Doch als die Mvrgensonne kam,

Ist Traum und Flotte zerronnen.