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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
80
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Neue Gedichte.

Herr Bender steht vor der Leichenbahr',Und seufzt aus Herzeusgrunde:

„Nun Hab' ich verloren mein schönes WeibUnd meine treuen Hunde."

23.

Begegnung.

Wohl unter der Linde erklingt die Musik,Da tänzelt die Burschen und Mädel,Da tanzen zwei, die niemand kennt,Sie schaun so schlank und edel.

Sie schweben auf, sie schweben abIn seltsam fremder Weise;

Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,Das Fräulein flüstert leise:

„Mein schöner Junker, auf Eurem HutSchwankt eine Nclkculilie,

Die wächst nur tief in: Meeresgrund —Ihr stammt nicht aus Adams Familie.

„Ihr seid der Wassermann, Ihr wolltVerlocken des Dorfes Schönen.

Ich Hab Euch erkannt beim ersten BlickAn Euren sischgrätigen Zähnen."

Sie schweben ans, sie schweben abIn seltsam fremder Weise,

Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,Der Junker flüstert leise:

„Mein schönes Fräulein, sagt mir, warumSo eiskalt Eure Hand ist?

Sagt mir, warum so naß der Saum.Alt Eurem weißen Gewand ist?

„Ich Hab' Euch erkannt beim ersten BlickAu Eurem spöttischen Knixe —

Du bist kein irdisches Menschenkind,

Du bist mein Mühmchen, die Nixe."