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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
79
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Neue Gedichte.

Frau Mette erwacht aus ihrem Schlaft„„Wer singt vor meiner Kammer?""Sie achselt ihr Kleid, sie schreitet hinaus; —Das ward zu großem Jammer.

Wohl durch den Wald, wohl durch den FlußSie schreitet unaufhaltsam;

Herr Peter zog sie nach seinem HofMit seinem Liede gewaltsam.

Und als sie morgens nach Hause kam,Bor der Thüre stand Herr Bender:

„Frau Mette, wo bist du gewesen zur Nacht?Es triefen deine Gewänder."

„„Ich war heut nacht am Nixeufluß,

Dort hört' ich prophezeien,

Es plätscherten und bespritzten michDie neckenden Wasserfeien.""

„Am Nixenfluß ist feiner Sand,

Dort bist du nicht gegangen,

Zerrissen und blutig sind deine Füß',

Auch bluten deine Wangen."

„„Ich war heut nacht im Elfenwald,Zu schnun den Elfcnrcigen,

Ich Hab' mir verwundet Fuß und GesichtAn Dornen und Tannenzweigen.""

„Die Elfen tanzen im Monat MaiAuf weichen Blumenfeldern,

Jetzt aber herrscht der kalte HerbstUnd heult der Wind in den Wäldern."

„„Bei Peter Nielsen war ich heut nacht,Er sang, nnd zaubergewaltsam,

Wohl durch den Wald, wohl durch den Fluß,Es zog mich unaufhaltsam.

„„Sein Lied ist stark als wie der Tod,Es lockt in Nacht nnd Verderben.

Noch brennt mir im Herzen die tönende Glut;Ich weiß, jetzt muß ich sterben."" —

Die Kirchenthiir ist schwarz behängt,Die Trauerglockeu läuten;

Das soll den jämmerlichen TodDer armen Frau Mette bedeuten.