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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
81
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Neue Gedichte.

Die Geigen verstummen, der Tanz ist aus,Es trennen sich höflich die beiden,

Sie kennen sich leider viel zn gut,

Suchen sich jetzt zu vermeiden.

24.

König Harald Harsagar.

Der König Harald HarsagarSitzt unten in MeeresgründenBei seiner schönen Wasscrfee;

Die Jahre kommen und schwinden.

Von Nixenzauber gebannt und gefeit,Er kann nicht leben, nicht sterben;Zweihundert Jahre dauert schonSein seliges Verderben.

Des Königs Haupt liegt auf dein SchoßDer holden Fran, und mit SchmachtenSchaut er nach ihren Augen empor,

Kann nicht genug sie betrachten.

Sein goldnes Haar ward silbergran,Es treten die BackenknochenGespenstisch hervor anS dem gelben Gesicht,Der Leib ist welk und gebrochen.

Manchmal aus seinem LiebestraumWird er plötzlich anfgeschüttert,

Denn droben stürmt so wild die FlutUnd das gläserne Schloß erzittert.

Manchmal ist ihm, als hört' er im WindNvrinannenrnf erschallen;

Er hebt die Arme mit freudiger Hast,

Läßt traurig sie wieder fallen.

Manchmal ist ihm, als hört' er gar,Wie die Schiffer singen hier oben,

Und den König Harald HarsagarIm Heldenliede loben.

Der König stöhnt und schluchzt und weintAlsdann aus Herzensgrunde.

Schnell beugt sich hinab die WasserfeeUnd küßt ihn mit lachendem Munde.

e'S Werke. II. Bd.

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