28 Neue Gedichte.
10.
Schattenküsse, Schattenliebe,Schattenleben, wunderbar!Glaubst du, Närrin, alles bliebeUnverändert, ewig wahr?
Was wir lieblich fest besessen,Schwindet hin, wie Träumerein;Und die Herzen, die vergessen,Und die Augen schlafen eilt.
11.
DaS Fräulein stand am MeereUnd seufzte lang und bang,Es rührte sie sv sehreDer Sonnenuntergang.
Mein Fräulein, sein Sie munter,Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter,
Und kehrt von hinten zurück.
12.
Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffWohl über das wilde Meer;
Du weißt, wie sehr ich traurig bin,Und kränkst mich doch sv schwer.
Dein Herz ist treulos wie der WindUnd flattert hin und her;
Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffWohl über das wilde Meer.
13.
Wie schändlich du gehandelt,Ich Hab' es den Menschen verhehlet,Und bin hinausgefahren anfs Meer,Und Hab' es den Fischen erzählet.
Ich lass' dir den guten NamenNur auf dem festen Lande;
Aber im ganzen OzeanWeiß man von deiner Schande.