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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
23
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Nene Gedichte.

41.

Wie ein Grciscuantlitz drobenIst der Himmel anzuschauen;Rot einäugig und umwobcnVon dem Wvlkenhaar, dem grauen.

Blickt er ans die Erde nieder,Müssen welken Blum' nnd Blüte,Müssen welken Lieb' und LiederIn dem menschlichen Gemnte.

42.

Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend,Reis' ich verdrießlich durch die kalte Welt.Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hältFeucht eingehüllt die abgestorbne Gegend.

Die Winde Pfeifen, hin nnd her bewegendDas rote Laub, das von den Bäumen fällt,Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld,Nun kommt das Schlimmste noch, es rcgent!

43.

Späthcrbstnebel, kalte Träume,Uberfloren Berg und Thal,.

Sturm entblättert schon die Bäume,lind sie schaun gespenstisch kahl.

Nur ein einz'ger, traurig schweigsamEinz'ger Baum steht uncntlanbt,

Feucht von WchmntSthränen gleichsam,Schüttelt er sein grünes Haupt.

Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis,Und der Baum, den ich dort schau'Svmmcrgrün, das ist dein Bildnis,Vielgeliebte schöne Frau!

44.

Himmel grau und wochentäglich!Auch die Stadt ist noch dieselbe!Und noch immer blöd nnd kläglichSpiegelt sie sich in der Elbe.

Lange Nasen, noch langweiligWerden sie wie sonst geschneuzet,