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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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19
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Neue Gedichte.

Kennst du das alte Licdchen?Es klingt so süß, es klingt so trüb!Sie mußten beide sterben.Sie hatten sich viel zu lieb.

S0.

In meiner Erinnrnng erblühenDie Bilder, die längst verwittertWas ist in deiner Stimme,Das mich so tief erschüttert?

Sag' nicht, daß du mich liebst!Ich weiß, das Schönste auf Erden,Der Frühling und die Liebe,Es muß zu Schanden werden.

Sag' nicht, daß du mich liebst!Und küsse nur und schweige,Und lächle, wenn ich dir morgenDie welken Rosen zeige.

3l.

Mondschcintrnnkene Lindenblüten,Sie ergießen ihre Düste,

Und von NachtigallcnliedcrnSind erfüllet Laub und Lüfte.

Lieblich läßt es sich, Geliebter,

Unter dieser Linde sitzen,

Wenn die gvldnen MondeslichterDurch des Bauines Blätter blitzen.

Sich dies Lindcnblatt! du wirst esWie ein Herz gestaltet finden;

Darum sitzen die VerliebtenAuch am liebsten unter Linden.

Doch du lächelst, wie verlorenIn entfernten SehnsuchtsträiimcnSprich, Geliebter, welche WünscheDir im lieben Herzen keimen?"

Ach, ich will es dir, Geliebte,

Gern bekennen, ach, ich möchte,

Daß ein kalter Nordwind plötzlichWeißes Schneegestöber brächte;

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