Neue Gedichte.
14.
Wenn dn mir vorübcrwandelst,lind dein Kleid berührt mich nur,
Jubelt dir mein Herz, und stürmischFolgt es deiner schönen Spur.
Dann drehst du dich um und schaust michMit den großen Augen an,
Und mein Herz ist so erschrocken,
Daß es kaum dir folgen kann.
16.
Die schlanke WasserlilieSchaut träumend empor ans dein See,Da grüßt der Mond herunterMit lichtem Liebesweh.
Verschämt senkt sie das KöpfchenWieder hinab zu den Welln —Da sieht sie zu ihren Füßen.Den armen blassen Geselln.
16.
Wenn du gute Augen hast,
Und du schaust in meine Lieder,
Siehst du eine junge SchöneDrinnen wandeln ans und nieder.
Wenn du gute Ohren hast,
Kannst du gar die Stimme hören,Und ihr Seufzen, Lachen, SingenWird dein armes Herz bethören.
Denn sie wird mit Blick und Wort,Wie mich selber, dich verwirren;Ein verliebter FrühlingSträumerWirst du durch die Wälder irren.
17.
Was treibt dich umher in der Frühlingsnacht?Du hast die Blumen toll gemacht,
Die Veilchen sind erschrocken!
Die Rosen, sie sind vor Scham so rot,
Die Lilien, sie sind so blaß wie der Tod,Sie klagen und zagen und stocken!