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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
186
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Buch der Lieder.

Lebewohl.

Befreundet waren weiland ihre Herzen,

Doch Lästerzungen können Wahrheit schwärzen,'Und die Beständigkeit wohnt nur dort oben;Und dornig ist das Leben, und die JugendIst eitel; und entzweit sein mit Geliebten,Das kann wie Wahnsinnschmerz im Hirne toben.

Doch nie fand sich ein Mittler dieser beiden,Der heilen wollte ihrer Herzen Leiden.

Geniiber standet: sich die Schmerzgestalten,Wie Klippen, die des Blitzes Strahl gespalten.Ein wilder, wüster Strom fließt jetzt dazwischen;Doch aller Elemente zorn'ge ScharVermag wohl nimmer gänzlich zu verwischenDie holde Spur von dem, was einstens war.

(Aus Coleridges „ Christabel".)

Lebe wohl, und sei's auf immer!

Sei's auf immer, lebe wohl!

Doch, Versöhnnngslose, nimmerDir mein Herze zürnen foll.

Könnt' ich öffnen dir dies Herze,

Wo dein Haupt oft angeschmiegtJene süße Ruh' gefunden,

Die dich nie in Schlaf mehr wiegt!

Könntest du dnrchschaun dies HerzeUnd sein innerstes Gefühl!

Dann erst sähst du: es so gransamFortzustoßen, war zu viel.

Mag sein, daß die Welt dich preise,

Und die That mit Freuden seh', —

Muß nicht selbst ein Lob dich kränken,

Das erkanft mit fremdem Weh?

Mag sein, daß viel Schuld ich trage;

War kein andrer Arm im Land,

Mir die Todeswnnd' zu schlagen,

Als der einst mich lieb umwand?

Dennoch täusche dich nicht selber,

Langsam welkt die Liebe bloß,

Und man reißt so raschen BruchesNicht ein Herz vom Herzen los.