Buch der Lieder.
Eines Stcrnleins zu dir her;
Mensch! erfüllt sei dein Begehr.
Zweiter Geist.
Montblanc ist der König der Berge,Die krönten schon längst seine Höh';
Auf dem Felsenthron sitzend, im Wolkentalar,Empfing er die Krön' von Schnee.
Wie'n Gurt umschnallt seine Hüft' ein Wald,Seine Hand die Lawine hält;
Doch vor dein Fall muß der donnernde BallStillstehn, wenn's mir gefällt.
Des Gletschers ruhlos kalte Mass'
Sinkt tiefer Tag für Tag;
Doch ich bin's, der sie sinken lass',lind auch sie hemmen mag.
Ich bin der Geist des Berges hier,
Wollt' ich's, er beugte sich,
Erzitternd bis zum Marke schier, —
Und du, was riefst du mich?
Dritter Geist.
In dem bläulichen Meergrund,
Wo der Wellenkampf schweigt,
Wo ein Fremdling der Wind ist,
Und die Meerschlange kreucht,
Wo die Nixe ihr GrünhaarMit Muscheln dnrchschlingt, —
Wie wenn Sturm auf der Meerfläch',
Scholl dein Spruch, der mich zwingt.In mein stilles KorallhausErdröhnte er schwer;
Denn der Wassergeist bin ich —
Sprich aus dein Begehr!
Vierter Geist.
Wo der Erdschüttrcr schlummertAuf Kissen von Glut,
So die Pechström' anfwälzenDie kochende Flut,
Wo die Wurzel der AndesDie Erde durchwebt,
Also tief wie ihr GipfelZum Himmel aufstrebt,