Übersetzungen aus Lord Byrons Werken. 179
Ich sank vor keinem, mancher sank vor mir.
Doch frommt es nicht. — Denn Gutes, Böses, Leben,
Macht, Leidenschaft, wie ich's bei andern sehe,
Das war bei mir wie Regen auf den Sand,
Seit jener grausen Stund'. Ich furchte nichts.
Mich quält der Fluch, daß ich nichts fürchten kann,
Kein stttrkres Pochen fühl', von Hoffnung, Wünschen,Sehnsucht nach einem Wesen dieser Erde.
Mein Werk beginn'!
Geheimnisvolle Mächte!
Ihr Geister dieses unbegrenzten Weltalls!
Ihr, die ich stets gesucht in Licht und Dunkel!
Ihr, die den Erdball rings umwebt, und luftigIm Hauche wohnt; ihr, die als LieblingsplätzeEuch ausgesucht die steilsten Bergcsgipfel;
Ihr, die in Erd- und Meerabgründen hauset, —
Euch ruf' ich her kraft dcS gcschriebnen Zaubers,
Der euch mir unterjocht. Steigt auf! Erscheint!
(Pansc.)
Sie zögern. — Ich beschwör' euch bei dem WorteDes Gcistcrvberhaupts, bei diesem Zeichen,
Das euch erzittern macht, beim Willen dessen,
Der nimmer stirbt, — steigt auf! Steigt auf! Erscheint!(Pause.)
Sie zögern. — Geister in der Erd' und Luft!
Ihr sollt nicht spotten meiner. Ich beschwör' euchBei noch viel mttcht'grer Macht, beim TaliSman,Den ausgeheckt einst der verdammte Stern,
Der nun, ein Trümmerbrand zerstörter Welt,
Wie eine Höll' im ew'gen Räume wandelt;
Beim grausen Fluch, der meine Seel' belastet,
Bei dem Gedanken, der stets in mir lebt,
Und um mich lebt, beschwör' ich euch. Erscheint!
(Ein Stern wird sichtbar im dunkeln Hintergründe der Halle. Er bleibt stehen.Man hört eine Stimme singen.)
Erster Geist.
Mensch! Auf deines Wortes SchallStürmt' ich aus der Wolkenhall',
Die der Dämmrnng Hauch gebildet,
Die das Abendlicht vergüldetMit Karmin und Himmelblau',
Daß sie mir ein Lnsthaus sei.
Zwar sollt' ich gehorchen nimmer,
Dennoch ritt ich auf dein Schimmer
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