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Buch der Lieder.
Hbersehungen aus Horö Hyrons Werken.
(1820.)
Manfred.")
Erster Aufzug.
Erster Auftritt.
Eine gotische Halle. — Mitternacht. — Manfred allein.
Manfred.
Ich muß die Ampel wieder füllen, dennochBrennt sie so lange nicht, als ich mnß wachen.
Mein Schlaf — wenn ich auch schlaf' — ist doch kein Schlaf,Nur ein fortdauernd Brüten in Gedanken,
Die ich nicht bannen kann. Im Herzen Pocht mir'sGleich wie ein Wecker, und mein Äug' erschließ'
Sich nur, einwärts zu schann. Und dennoch leb' ich,Und trage Mcnschcnform und Menschenantlitz.
Doch Kummer sollt' des Weisen Lehrer sein;
Der Schmerz macht weise, und wer's meiste weiß,Den schmerzt am meisten auch die bittre Wahrheit:
Daß der ErkcnntniSbaum kein Baum dcS Lebens!
Run Hab' ich jede Wissenschaft durchgrübclt,
Auch WeltweiShcit, die Kräfte der NaturErforscht, und fühl' im Herzen die Gewalt,
Die solche dienstbar machen könnt' mir selber.
Doch frommt cS nicht. — Den Menschen that ich GntcS,Und mir geschah auch Gutes, selbst von Menschen.
Doch frommt das nicht. — Ich hatte meine Feinde,
5) Vorbemerkung.
Die Übersetzung der ersten Sceue aus „Manfred" und des „Gut' Stacht" aus„Childe Harold"'entstand erst voriges Jahr und möge als Probe dienen, wie icheinige englische Dichter ins Deutsche zu übertragen gedenke. Die Lieder „Lebe-wohl" und „An Jnez" sind weit früher — und zwar in unreifer, fehlerhafterJorm — übersetzt, und wurden aus bloß zufälligen Gründen hier abgedruckt.
Berlin, den 20. November 1821.
H. Heine.