168 Buch der Lieber.
Junges Blut, tolles Blut,
Treibt in die Flammcnglnt,
Treibt in die Flamm' hinein, —„Bienelein! Bienelein!"
'S flackert nun lichterrot,
Flamme gab Flammentod. —
„Hut' dich vor Mägdelein,
Söhnelein! Söhnelcin!"
4.
Traum und Leven.
Es glühte der Tag, es glühte mein Herz,
Still trug ich mit mir herum den Schmerz.
Und als die Nacht kam, schlich ich fortZur blühenden Rose am stillen Ort.
Ich nahte mich leise und stumm wie das Grab,Nur Thränen rollten die Wangen hinab;
Ich schaut' in den Kelch der Rose hinein,
Da glomm's hervor, wie ein glühender Schein.
Und freudig entschlief ich beim Nosenbaum;Da trieb sein Spiel ein neckender Traum:
Ich sah ein rosiges Mädchenbild,
Den Busen ein rosiges Mieder umhüllt.
Sie gab mir was Hübsches, recht goldig und weich;Ich trng's in ein goldenes Häuschen sogleich.Im HänSchcn da geht es gar wunderlich bunt,Da dreht sich ein Völkchen in zierlicher Rund'.
Da tanzen zwölf Tänzer, ohn' Ruh' und Rast,Die haben sich fest bei den Händen gefaßt;
Und wenn ein A.anz zu enden begann,
So fängt ein andrer von vorne an.
Und es summt mir ins Ohr die Tanzmusik;„Die schönste der Stunden kehrt nimmer zurück;
Dein ganzes Leben war nur ein Traum,
Und diese Stunde ein Traum im Traum." —
Der Traum war aus, der Morgen graut,
Mein Auge schnell nach der Rose schaut, —
O weh! statt des glühenden Fünkleins stecktIm Kelche der Rose ein kaltes Insekt.