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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
169
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Anhang älterer Gedichte.

169

Zu denSonetten".

An den Hofrot Georg S(ortoriuS) in Göttingcn.

Stolz und gebietend ist des Leibes Haltung,

Doch Sanftmut sieht man um die Lippen schweben,Das Auge blitzt, und alle Muskeln beben,

Doch bleibt im Reden ruhige Entfaltung.

So stehst du auf dem Lehrstuhl, von VerwaltungDer Staaten sprechend, und vom klugen StrebenDer Kabinette, und vom Völkerleben,

Und von Germaniens Spaltung und Gestaltung.

Ans dem Gedächtnis lischt mir nie dein Bild!In uusrer Zeit der Selbstsucht und der RoheitErquickt ein solches Bild von edler Hoheit.

Doch was du mir, recht väterlich und mild,Zum Herzen sprachst in stiller, trauter Stunde,

Das trag' ich treu im tiefen Herzensgründe.

An I. B. Nsoussron).

Dein Frcundesgruß könnt' mir die Brust erschließen,Die dunkle Herzenskammer mir entriegeln;

Ich bin umfächelt wie von Zanbcrflügeln,Und heimatliche Bilder mich begrüßen.

Den alten Rheinstrom seh' ich wieder fließen,In seinem Blau sich Berg und Burgen spiegeln,Goldtrauben winken von den Rebenhügeln,

Die Winzer klettern und die Blumen sprießen.

O, könnt' ich hin zu dir, zu dir, Getreuer,

Der du noch an mir hängst, so wie sich schlingtDer grüne Ephen um ein morsch Gemäuer.

O, könnt' ich hin zu dir, und leise lauschenBei deinem Lied, derweil Rotkehlchen singtUnd still des Rheines Wogen mich umrauschen.

An Franz von Z.

Es zieht mich nach Nordland ein gvldner Stern;Ade, mein Bruder! denk mein in der Fern'!

Bleib treu, bleib treu der Poesie,

Verlaß das süße Bräutchen nie!