Die Nordsee.
Ohn' Unterschied —
Immerhin, mag Thorheit und Unrecht
Dich ganz bedecken, o Deutschland!
Ich sehne mich dennoch nach dir:
Denn wenigstens bist du doch festes Land.
10.
Im Hilfen.
Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat,Und hinter sich ließ das Meer und die Stürme,Und jetzo warm und ruhig sitztIm guten Ratskeller zu Bremen.
Wie doch die Welt so traulich und lieblichIm Römerglas sich wicderspiegelt,
Und wie der wogende MikrokosmosSonnig hinabfließt inS durstige Herz!
Alles erblick' ich ine Glas,
Alte und neue Völkergeschichte,
Türken und Griechen, Hegel und Gans,Citronenwälder und Wachtparadcn,
Berlin und Schilda und Tunis und Hamburg,Vor allein aber das Bild der Geliebten,Das Engelköpfchen auf Rhcinweingvldgrnnd.
O, wie schön! wie schön bist du, Geliebte!Du bist wie eine Rose!
Nicht wie die Rose von Schiras,Die HafiSbesungcne Nachtigallbrant!
Nicht wie die Rose von SaronDie heiligrote, prophetcngefeierte; —
Du bist wie die Ros' im Ratskeller zu Bremen!Das ist die Rose der Rosen,
Je alter sie wird, je lieblicher blüht sie,
Und ihr himmlischer Duft, er hat mich beseligt,Er hat mich begeistert, er hat mich berauscht,Und hielt mich nicht fest, am Schöpfe fest,Der Ratskellermeistcr von Bremen,
Ich wäre gepurzelt!
Der brave Man»! wir saßen beisammenUnd tranken wie Brüder,
Wir sprachen von hohen heimlichen Dingen,Wir seufzten und sanken uns in die Arme,Und er hat mich bekehrt zum Glanben der Liebe,