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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
158
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Buch der Lieder.

Ich trank auf das Wahl meiner bittersten Feinde,Und allen schlechten Poeten vergab ich,

Wie einst mir selber vergeben soll werden,Ich weinte vor Andacht, und endlichErschlossen sich mir die Pforten deZ Heils,

Wo die zwölf Apostel, die heil'gen Stückfässer,Schweigend pred'gen, und doch so verständlichFür alle Völker.

Das sind Männer!

Unscheinbar von außen, in hölzernen Röcklein,Sind sie von innen schöner und leuchtenderDenn all die stolzen Leviten des TempelsUnd des Hcrodcs Trabanten und Höflinge,Die gvldgeschmückten, die purpnrgekleidetenHab' ich doch immer gesagt,

Nicht unter ganz gemeinen Leuten,

Nein, in der allerbesten GesellschaftLebte beständig der König des Himmels!

Hallclujah! Wie lieblich umWehn michDie Palmen von Bcth-El!

Wie duften die Mhrrhen von Hebron!

Wie rauscht der Jordan und taumelt vor Freude!Auch meine unsterbliche Seele taumelt,

Und ich taumle mit ihr, und taumelndBringt mich die Treppe hinauf, ans Tagslicht,Der brave Natskcllerincister von Bremen.

Du braver Ratskellermeister von Bremen!Siehst du, auf den Dächern der Häuser sitzenDie Engel und sind betrunken und singen;Die glühende Sonne dort obenIst nur eine rote, betrunkene Nase,

Die Nase des Weltgeists;

Und nur die rote WeltgeistnaseDreht sich die ganze betrunkene Welt.

11.

Epilog.

Wie auf dem Felde die Weizenhalmcn,So wachsen und wogen im MenschengeistDie Gedanken.

Aber die zarten Gedanken der LiebeSind wie lustig dazwischenblühendeRot' und blaue Blumen.