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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
76
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76 Buch der Lieder.

Die Mägde bleichen Wäsche,Und springen im Gras herum;Das Mühlrad stäubt Diamanten,Ich höre sein fernes Gesumm.

Am alten grauen TurmeEin Schilderhäuschen steht;Ein rotgeröckter BurscheDort ans und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,Die funkelt ini Sonnenrot,Er präsentiert und schultert —Ich wollt', er schösse mich tot.

4.

Im Walde wandl' ich und weine,Die Drossel sitzt in der Höh';Sie springt und singt gar feine:„Warum ist dir so weh?"

Die Schwalben, deine Schwestern,Die können's dir sagen, mein Kind;Sie wohnten in klugen Nestern,Wo Liebchens Fenster sind.

S.

Die Nacht ist feucht und stürmisch,Der Himmel sternenleer;

Im Wald unter rauschenden BäumenWandle ich schweigend einher.

Es flimmert fern ein LichtchenAus dem einsamen Jägerhaus;

Es soll mich nicht hin verlocken,

Dort sieht es verdrießlich ans.

Die blinde Großmutter sitzt jaIm ledernen Lehnstuhl dort,

Unheimlich und starr, wie ein Steinbild,Und spricht kein einziges Wort.

Fluchend geht ans und niederDes Försters rvtköpfiger Sohn,Und wirft an die Wand die Büchse,Und lacht vor Wut und Hohn.