Junge Leiden.
Mitleidvolle Lüste fächelnKühlung seiner heißen Stirn;
Labung uiöcht' ins Herz ihm lächelnManche sonst so spröde Dirn'.
Aus dem wilden Lärm der StädterFlüchtet er sich nach dem Wald.
Lustig rauschen dort die Blätter,Lust'ger Vogelsang erschallt.
Doch der Sang verstummet balde,Traurig rauschet Baum und Blatt,Wenn der Traurige dem WaldeLangsam sich genähert hat.
2.
Bergstimme.
Ein Reiter durch das Bergthal ziehtJni traurig stillen Trab:
„Ach! zieh' ich jetzt wohl in Liebchens Arm,Oder zieh' ich ins dunkle Grab?"Die Bergstimm' Antwort gab:
„Ins dunkle Grab!"
Und weiter reitet der Neitersmann,Und seufzet schwer dazu:
„So zieh' ich denn hin ins Grab so früh, —Wohlan, im Grab ist Ruh!"
Die Stimme sprach dazu:
„Im Grab ist Ruh!"
Dem Reitersmann eine Thräne rolltVon der Wange kummervoll:
„Und ist nur im Grabe die Ruhe für mich,So ist nur im Grabe wohl."
Die Stimm' erwidert hohl:
„Im Grabe wohl!"
3.
Zwei Brüder.
Oben auf der BergesspitzcLiegt das Schloß in Nacht gehüllt:Doch im Thale leuchten Blitze,Helle Schwerter klirren wild.