28 Buch der Lieder.
Das sind Brüder, die dort fechtenGrimmen Zweikampf, wutentbrannt.
Sprich, warum die Brüder rechtenMit dem Schwerte in der Hand?
Gräfin Lariras AugenfunkeuZündeten den Brüderstrett;
Beide glühen liebestrunkenFür die adlig holde Maid.
Welchem aber von den beidenWendet sich ihr Herze zu?
Kein Ergrübeln kann's entscheiden, —
Schwert heraus, entscheide du!
Und sie fechten kühn verwegen,
Hieb' auf Hiebe nicderkracht's.
Hütet euch, ihr wilden Degen,
Böses Blendwerk schleicht deS Nachts.
Wehe! Wehe! blut'ge Brüder!
Wehe! Wehe! blut'ges Thal!
Beide Kämpfer stürzen nieder,
Einer in des andern Stahl. —
Viel Jährhunderte verwehen,
Viel Geschlechter deckt das Grab;
Traurig von des Berges HöhenSchaut das öde Schloß herab.
Aber nachts, im Thälesgrunde,
Wandelt's heimlich, wunderbar;
Wenn da kommt die zwölfte Stunde,^ Kämpfet dort das Brüderpaar.
4.
Der arme Peter,l.
Der Hans und die Grete tanzen hernin,
Und jauchzen vor lauter Freude.
Der Peter steht so still und stummUnd ist so blaß wie Kreide.
Der Hans und die Grete sind Bränt'gam und Braut,Und blitzen im Hochzeitgeschmeide.
Der arme Peter die Nägel kautUnd steht im Werkeltagskleide.