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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
23
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Junge Leiden.

Lieder.

i.

Morgens steh ich auf und frage:Kommt Feinsliebchen heut?

Abends sink' ich hin und klage:Aus blieb sie auch heut.

In der Nacht mit meinem KummerLieg' ich schlaflos, wach;

Träumend, wie im halben Schlummer,Wandle ich bei Tag.

2.

Es treibt mich hin, es treibt mich her!

Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,Sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen;Du treues Herz, was Pochst du so schwer!

Die Stunden sind aber ein faules Volk!Schleppen sich behaglich träge,

Schleichen gähnend ihre Wege;

Tummle dich, du faules Volk!

Tobende Eile mich treibend erfaßt!

Aber wohl niemals liebten die Hören;Heimlich im grausamen Bunde verschworen,Spotten sie tückisch der Liebenden Hast.

3.

Ich wandelte unter den BäumenMit meinem Gram allein;

Da kam das alte Träumen,

Und schlich mir ins Herz hinein.

Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,Ihr Vöglein in lustiger Höh'?

Schweigt still! wenn mein Herz es höret,Dann thut es noch einmal so weh.

Es kam ein Jungfrttulein gegangen,Die sang es immerfort,

Da haben wir Vöglcin gefangenDas hübsche, goldene Wort."