Buch der Lieber.
„Mir blüht kein Rot auf Mund und Wang',Mein Herz durchströmt kein Blni;
Doch sträube dich nicht schaudernd bang,
Ich bin dir hold und gut."
Und wilder noch umschlang sie mich,
Und that mir fast ein Leid;
Da kräht der Hahn — und stumm entwichDie marmorblasse Maid.
10.
Da Hab' ich viel blasse LeichenBeschworen mit Wortesmacht;
Sie wollen nun nicht mehr weichenZurück in die alte Nacht.
Das zähmende Sprüchlein vom MeisterVergaß ich vor Schauer und GrauS;Nun ziehn die eignen GeisterMich selber ins neblichte Haus.
Laßt ab, ihr finstern Dämonen!
Laßt ab, und drängt mich nicht!
Noch manche Freude mag wohnenHier oben im Nosenlicht.
Ich muß ja immer strebenNach der Blume, wundcrhold;WaS bedeutet' mein ganzes Leben,
Wenn ich sie nicht lieben sollt'?
Ich möcht' sie nur einmal umsangenUnd pressen ans glühende Herz!Nur einmal auf Lippen und WangenKüssen den seligsten Schmerz!
Nur einmal ans ihrem MundeMächt' ich hören ein liebendes Wort, —Alsdann wollt' ich folgen zur StundeEuch, Geister, zum finsteren Ort.
Die Geisür haben's vernommen,Und nicken schauerlich.
Feinsliebchen, nun bin ich gekommen; —Feinsliebchen, liebst du mich?