Junge Leiden.
„Das war mein Täubchen, meine Braut,Ein fremder Mann umarmt sie tränt, —Nun, alter Schlitze, treffe gut!
Da lag der fremde Mann im Bint.
„Bald dranf ein Zug mit Henkersfron —Ich selbst dabei als Hauptperson —Den Wald durchzog. Vom Baum herabDer Nabe rief: ,Kopf ab! Kopf ab!"'
Da lachten die Geister im lustigen Chor;Da trat der Spielmanu selber hervor:
„Ich Hab' mal ein Liedchen gesungen,Das schöne Lied ist aus;
Wenn das Herz im Leibe zersprungen,
Dann gehen die Lieder nach Haus!"
Und das tolle Gelächter sich doppelt erhebt,Und die bleiche Schar im Kreise schwebt;Da scholl vom Kirchturm „Eins" herab,Da stürzten die Geister sich heulend ins Grab.
9.
Ich lag und schlief, und schlief recht mild,Verscheucht war Gram und Leid,
Da kam zu mir ein Trauingebild,Die allerschönste Maid.
Sie war wie Marmclstein so bleich,Und heimlich wunderbar;
Im Auge schwamm es perlengleich,Gar seltsam wallt' ihr Haar.
Und leise, leise sich bewegtDie marmorblnsse Maid,
Und an mein Herz sich niederlegtDie marmvrblasse Maid.
Wie bebt und pocht vor Weh und LustMein Herz und brennet heiß!
Nicht bebt, nicht pocht der Schönen Brust.Die ist so kalt lvie Eis.
„Nicht bebt, nicht pocht wohl ineine Brust,Die ist wie Eis so kalt;
Doch kenn' auch ich der Liebe Lust,Der Liebe Allgewalt.