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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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Biographie. 131

der andern Seite, bildeten den Anstoß zu dieser litterarischcn Bewegung,die sich gleichmäßig gegen die einseitige Klassicität, wie gegen die einseitige Romantik und ihre Ideale von einer Restanration des Mittel-alters wendete und eine moderne Litteratnr auf Grundlage derneuen Ideen schaffen wollte, Politik, Litteratnr und Philosophiesollten sich zu einem Ganzen vereinigen, das war das Losungswortjener Sturm- und Drangperiodc, die ein neues Element in den Kreisder deutschen Litteratnr führte: den Journalismus.

Die Führer desjungen Deutschland" waren allesamt Journa-listen im Beginn ihrer Thatigkcit. Sie hatten alle eine Tendenz imAuge, für die sie schrieben und kämpften. In Reisebricfen undSkizzen, in Plaudereien und Essays, in novellistischen wie in philo-sophischen Versuchen tritt stets das journalistische Element vorwiegendhervor. Auch standen sie alle mehr oder minder nnter dem EinflüsseHeines, nicht etwa in dem Sinne, daß Heine der Ausgangspunktfür alle ihre Bestrebungen gewesen oder daß er ihnen wesentlich neueIdeen zugeführt hätte, sondern durch die Art und Weise, wie er dieIdeen anderer in die Massen zu schlendern, wie er sie für seineZwecke darzustellen und zu erweitern verstand, wie er so der un-bestrittene Vermittler des großen Gedankenaustausches zwischen zweihervorragenden Nationen wurde. In diesem Sinne stand das jungeDeutschland ganz im Banne Heines.

Auf philosophischem und politischem Gebiete gingen sie freilichüber ihr Vorbild weit hinaus. Troß aller Zerfahrenheit und Un-klarheit hatten sie doch eine feste Tendenz, der sie willig alles unter-ordneten, für die sie freudig und entschieden eintraten. Dadurch warihr Auftreten von großer Wirkung. Ihre Blätter und Bücherwurden verboten, gerade dadurch aber desto mehr gelesen und ver-breitet; ihre Existenz wurde allenthalben gefährdet, ihr Name aberwurde bekannt und gefeiert. ES gelang den Regierungen nicht, ihreIdeen zu unterdrücken, weil dieselben zn mächtig im Bewußtsein derZeit lebten und stets in neuen Formen zu Tage traten.

Die bedeutendsten Vertreter des jungen Deutschland warenHeinrich Laube, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg, TheodorMündt und Gustav Kühne. Am meisten unter dem EinflnsseHcineS stand Heinrich Laube, der seit dem Jahre 1833 mit demDichter in eine lebhafte und freundliche Korrespondenz getreten war.Mit einem burschikosen Naturell betrat er als ein kühner Fechter dieArena und trug die Fahne der Poesie des Fleisches demjungenDeutschland" voran. Er stürmte am kühnsten vorwärts, aber seinegesunde Natur reagierte zuerst gegen die Verirrnngen der Genossen.

Der geistig bedeutendste Repräsentant desjungen Deutschland"war unstreitig Karl Gutzkow. In seinem ganzen Streben und Ringencharakterisiert er die Zeit und ihre Tendenzen am trcnesten, in

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