13» Biogravhie.
Recht unbarmherzig ging auch Heine mit den Philosophen derromantischen Schule ins Gericht. Vorab mit Schilling, der dainatsgerade in seine letzte Lebensphase getreten war und in die Schlingender katholischen Propaganda sich verirrt hatte. Von Schölling führtHeine eine natürliche Jdeenverbindung zu jenen beiden Dichtern derromantischen Schule, die unter dem Bann seiner Naturphilosophiestanden, zu Novalis und Hoffmann. Was er von beiden sagt, isteinfach vortrefflich und wahr.
Auch die Charakteristik Clemens Brentanos, mit dein übrigensHeine selbst oft verglichen wurde, ist vorzüglich. Natürlich würdigtHeine vor allem „Des Knaben Wunderhorn", jene bekannte Samm-lung von Volksliedern, die Brentano mit Achim von Arnim zu-sammen herausgegeben.
Den Abschluß seiner Studie bildet eine begeisterte Dithprambeauf Jean Paul, der ja zugleich mit der romantischen Schule auf-getreten, ohne mit ihr oder mit der Goetheschen Kunstschule etwasGemeinsames zu haben, „eben weil er im Gegensatz zu den beidenSchulen sich ganz seiner Zeit hingegeben und sein Herz ganz davonerfüllt war". Und dasselbe Streben, dieselbe Richtung findet Heineauch bei mehreren andern jungen Schriftstellern, die ebenfalls keinenUnterschied machen wollen „zwischen Leben und Schreiben, die nimmer-mehr die Politik trennen wollen von Wissenschaft, Kunst und Religion,die zu gleicher Zeit Künstler, Tribüne und Apostel sind", und dieauf gleichem Wege zu gleichen Zielen wie er selbst, „das Ende derchristlichen Fastenzeit und das neue Weltalter der Freude, die heiterDoktrin der Zukunft", predigen und verkünden — bei den Schriftstcllern des „jungen Deutschland".
XU.
Die Wirkung, welche die französische Julirevolution auf Deutsch-land hervorbrachte, ist bereits wiederholt als eine mächtige und tiefeingreifende geschildert worden. Mit einem Schlage war die Situation,in der sich das politische und litterarische Leben befand, blitzartig er-hellt und ein heftiger Windstoß brachte das stagnierende deutsche Lebenin heftige Bewegung. Sofort waren auch die Apostel der neuenWeltordnung zur Stelle, die noch jeder sociale Wendepunkt in derGeschichte erstehen sah, um den aus Frankreich herübergekommenenIdeen und Theorien auch in Deutschland Eingang zu verschaffen.
Und auch in der Litteratur erstand ein neues Geschlecht mitkühnen Ideen und reformatvrischen Tendenzen — „das jungeDeutschland". Die sociale Revolution in Frankreich, die Ideen desSt. Simvnismus und der Bildersturm der neufrnnzösischen Romantikans der einen Seite, die philosophische Entwicklung in Deutschlandbis zu Hegel und die freiheitliche Strömung im deutschen Volke ans