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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
117
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Biographie,

Einzig und allein von diesen, Gesichtspunkte ans muß daS ganzescrncre Leben Heines beurteilt werden.

Der Grundton seines Schaffens bleibt stets das Heimweh unddie Sehnsucht nach Deutschland, Dieser Grundton durchzieht alles,was Heine schrieb und sprach, solange er in Frankreich lebte, seineKorrespondenzen und Aufsätze, seine Briefe und Gedichte; er klingtbald leise und wehmütig, bald laut und stolz an und folgt fast stetsder schneidendsten Ironie auf dem Fuße.

Wenn die Feinde des Dichters diese Ironie für Haß gegenDeutschland ausgaben und seinen Patriotismus verdächtigten, sogeschah dieses in böswilliger Absicht; wenn mau aber gegen Heineheute noch mit denselben Anklagen auftritt, so geschieht dies auserbärmlicher Kurzsichtigkeit,

Die Kontroverse über Heines politische Gesinnungen war damalsan der Tagesordnung in Deutschland, Aus dem Wirrwarr derdeutschen Verhältnisse im allgemeinen, sowie der littcrarischen An-griffe im besonderen, die sich damals gegen Heine in bedenklicherWeise mehrten, trat für ihn nur die eine Thatsache klar heraus, daßes ihm vorläufig unmöglich sei, nach Deutschland zurückzukehrenund daß er seinen Einfluß auf das deutsche Volk verloren habe.Dazu kamen zahlreiche Censurplackercien und Büchcrverbote unddies war der Moment, in welchem Heine den Versuch machte, sich inFrankreich ein Publikum zu schaffen.

Der Dichter und sein Publikum in Deutschland befanden sichgegeneinander in gründlicher Verstimmung. Die alte Neigung fürden Sänger desBuches der Lieder" war geschwunden, 'und alsHeine auch seine Korrespondenzen für dieAugsburger AllgemeineZeitung" einstellen mußte, hatte er fast gar keine Berührungspunktemehr mit dem geistigen Leben Deutschlands, Und auch keine Rück-sichten gegen dasselbe,

Ist es nun ein Wunder, wenn Heine zu jener Zeit die Brücke,die ihn noch mit dem Vaterland verband, gänzlich abbrach und sichdem Frauzoscntum gänzlich in die Arme warf? Damals entstandendieMemoiren des Herrn von SchnabclcwvpSki" und jene Lieder,welche den ersten Band desSalon" vervollständigten, der imDezember 183g zur Ausgabe gelangte und von den meisten deutschenRegierungen sofort verboten wurde. Man muß sich immer undimmer wieder diese Zcitpcriode und die Lage Heines vergegenwärtigen,um nicht zu einem lieblosen und ungerechten Urteil über dieseSchöpfungen zu gelangen.

Mochte es immerhin wahr sein, was er in der Borrede zu diesem

*) Bei der Ordnung der Gesawt-AnSgabe verschwand der SammcltitelSalon". Die Bestandteile wurden den jetzigen RubrikenÜber Deutschland" 2e.eingeordnet.