Biographie.
anfangs Oktober, ging er mit Eifer wieder an seine littcrarischenArbeiten nnd schrieb zunächst einen ausgezeichneten Aufsatz über denPariser „Salon" des Jahres 1831.
Der Zusammenhang der künstlerischen Bestrebungen mit denbewegenden Zcitideen durchzieht wie ein rater Faden diesen wiealle folgenden Berichte Heines über bildende Kunst, Theater undLitteratnr.
Weit dem Aufsatz, den Heine über die Gemäldeausstellung schrieb,nahm er die journalistische Thätigkcit, der er eigentlich hatte ent-sagen wollen, und vor der ihn Campe eindringlich gewarnt hatte, invollem Umfang wieder auf. Er sah es wohl ein, daß es ersprießlicherwäre, fern von dem politischen Treiben ausschließlich dichterischen undkünstlerischen Bestrebungen zu leben; aber die aufgeregte Zcitströmuughatte ihn doch zu mächtig ergriffen und ihn in das Fahrwasser derpolitischen Tagcsschriststellerei getrieben. Dazu kam, daß Cotta eigensden Redakteur der „AugSburger Allgemeinen Zeitung", Or. GustavKolb, im Dezember desselben Jahres nach Paris sandte, und daßdieser dort mit Heine einen Plan für dessen Korrespondenzen ausParis entwarf und feststellte.
Mit Kolb und August Lewald, der Heine aus Haniburg nach-gefolgt war, verlebte Heine frohe Tage. Auch Baron Maltiz undder Schauspieler Carl Jerrmann traten in diesen Kreis ein; anfreundlichen Herbsttagen wurden Ausflüge in die Umgegend von Parisvorgenommen, bei schlechtem Wetter soupierte man gemeinsam ineiner kleinen Restauration in der rus eis Valois nnd deS Abendsbesuchte die ganze Gesellschaft Theater, Konzerte und Bälle. DerKarneval deS Jahres 1832 ließ sich damals sehr lustig au; abermitten in dieses bunte und frohbcwegtc Treiben brach plötzlich einentsetzlicher Gast ein — die Cholera, deren Verheerungen Heine miterlebte und in wahrhaft glänzender Weise beschrieb.
Als Heine später seine Aufsätze ans Paris sammelte, gab erseinem Pestbericht noch eine Einleitung mit, in der er bemerkte, daßer in dieser Arbeit viel gestört worden sei, zumeist durch das grauenhaste Schreien eiucS Nachbars, welcher an der Cholera erkrankt war.Auch über seine persönliche Situation in jener Zeit macht Heine injenem Bericht interessante und für seine Auffassung der Verhältnissecharakteristische Mitteilungen, deren Wahrheit auch durch anderweitigeZeugenaussagen unzweifelhaft beglaubigt ist.
Der in jenen Mitteilungen erwähnte Freund war sein VetterCarl Heine, der letzte Sohn Salomon Heines, der gleichfalls in Pari?an der Cholera erkrankte, nnd den Heine durch seine treue und auf-opfernde Pflege der Familie erhielt. Als die SchreckenSzeit vorüberwar, nahm Heine wieder seine regelmäßigen Berichte für die „AugS-burger Allgemeine Zeitung" auf, in denen er zunächst die französischen