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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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102
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102 Biographie.

der am 27. März 1828 im Münchener Nationaitheater zum ersten-mal aufgeführt wurde. Die entschieden freie Gesinnung, die ansdiesem vorzüglich geschriebenen Aufsätze spricht, kann wohl einiger-maßen mit dem Leben Heines in München versöhnen.

Heine hatte sich nur ein halbes Jahr zur Leitung derpolitischenAnnalen" verpflichtet. Nach Ablauf dieses Zeitraums beschloß Cotta,das Erscheinen des Journals auf sechs Monate zu sistieren und dannin erweiterter Form und unter neuer Redaktion dasselbe fortzusetzen.Auch für dieses neue Unternehmen wollte er Heine gewinnen; diesersollte im Verein mit Dr. Gustav Kolb und dein bisherigen MitredactenrDr. Lindner die Leitung der neuen Zeitschrift führen.

Doch konnte sich Heine nicht entschließen, in Bezug auf seineBeiträge, sowie aufdie redaktvrische Betriebsamkeit" bestimmte Ver-pflichtungen zu übernehmen. Andererseits stellte er dem Verlegerwieder hinsichtlich der Ausstattung deS Blattes und des Honorarsfür die Mitarbeiter Bedingungen, die diesem unannehmbar schienen,so daß sich die Verhandlungen zerschlugen und Cotta den Entschluß faßte,das ohnehin schlecht rentierende Journal ganz eingehen zu lassen.

Nachdem Heine seiner kontraktlichen Verpflichtungen ledig war,konnte er nun ernstlich daran denken, endlich einen lang gehegtenHerzenswunsch auszuführen: daS Land der Sehnsucht aller Dichter,Italien, zu schauen. Zu diesem Zwecke ließ er sich von Varnhagendie Summe von 8(il) Thalern, die er bei seiner Rückkehr ans Eng-land dem Freunde zur Aufbewahrung gegeben hatte, nach Münchensenden. Außerdem hatte er selbst während seiner dortigen Anwesenheiteinen Teil seines Gehalts gespart, so daß er nun in fröhlicher Stim-mung Mitte Juli seine Reise nach Italien antreten konnte.

Sein Bruder Maximilian Heine, der damals an der MünchenerUniversität studierte, begleitete ihn bis nach Kreuth, einem Badeortin Tirol. Von hier reiste er allein weiter über Innsbruck, Stcinach,Sterzing, Brixcn nach Verona, Brescin, Mailand, Genna, Livorno,und ani 1. September traf er in den Bädern von Lncca ein. Imzweiten Teil seinerRciscbildcr" hat Heine die Tour von Münchennach Genna und Lncca selbst in so unnachahmlicher und humoristischerWeise geschildert, daß jeder Bericht über dieselbe als eine bedenklicheAbschwächnng erscheinen müßte. Es waren das wohl die glücklichstenTage seines.Lebens, die er in Italien zubrachte.

In Lncca verlebte Heine herrliche Tage,die längste und gött-lichste Zeit" seiner Reise. Dort begann er auch seine Beschreibungderselben für dasMorgcnblntt" auszuarbeiten. Anfangs durch seinemangelhafte Kenntnis der italienischen Sprache noch etwas beengt,wußte er bald durch sein glänzendes Konversationstalent und seininteressantes Wesen sich die glänzendsten Kreise der dortigen Ball-gesellschaft zu erschließen.