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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
91
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Biographie. 31

es entstand deshalb ein Streit zwischen ihm und Campe, der damitendete, daß die Neisebilder ans besserem Papier gedruckt worden,wohingegen Heine sich zu einer Honorarvcrkürznng von 33 Louisdorsverstehen mußte, eine für die damaligen Verhältnisse Heines sehrbedeutende Summe. Hätte Campe ihm nicht zugleich einen Vorschußauf sein nächstes Werk gegeben, so hätte sich Heine diese Verkürzungwohl kaum gefallen lassen, um so weniger, als er sehr wohl wußte,daß von dem ersten Band der Neisebilder bereits über 5333 Exem-plare abgesetzt waren eine für jene Zeitverhältnisse geradezuenorme Auflage, und als er sich überzeugt hielt, daß seine Schriftendie Verluste decken mußten, welche Campe durch den Verlag anderer,wenig gangbarer Werke erlitten hatte. Dadurch entstand mancheDifferenz und mancher Streit zwischen Dichter und Verleger.DerBörne kostet Ihnen zu viel," sagte Heine eines TageS zu Campe,under will immer noch nicht ziehen."Aber er wird ziehen, wenn Sielange vergessen sind," erwiderte Campe.Schade nur, daß solauge darauf gewartet werden muß!" bemerkte hierauf Heine.Übermut thut nicht gut," gab Campe zurück.Sic halten sich jetztfür den Abgott des Publikums und sprechen: Du sollst nicht andereGötter haben neben mir. Aber Sic stehen in einem Tempel derLittcratur, dessen Priester ich bin. Ich nehme die Opfergabcn inEmpfang, deren Höhe am sichersten beweist, zu welchem Kurse dasVolk seine Götter taxiert. Und ich sage Ihnen: das Volk verehrtneben dem Heine noch viele andere Götter. Da sind zum Excmpclder Schiller und der Goethe, denen die klingenden Opfergaben Heuernoch immer viel reichlicher fließen, als dem Opferstock, den ich fürHeine aufgestellt."

Durch solche Scherze wußte Campe oft die größten Differenzenauszugleichen, und gewöhnlich endete ein solcher Streit damit, daßHeine seine Forderungen aufgab, wofür Campe sich zu einem Vor-schuß cutschloß.

Mit seinen alten Freunden und Bekannten verkehrte Heinedamals in Hamburg fast gar nicht, da ihn seine Arbeit vollständigin Anspruch nahm. Nur seinen Vetter nnd ehemaligen Stndien-gcnossen, Herrmnnn Schiff, sah er zuweilen, ohne daß zwischen beidenein engeres Frcundschaftsband sich anknüpfte. Schiff, der gleichfallssich bereits als Schriftsteller versucht hatte, beneidete Heines Erfolge undsuchte dieselben in seiner kaustischen Manier zu verkleinern. Trotzdemgesteht er, daß ihm die Erscheinung Heines damals schon imponierte.

Kaum war der zweite Band derNeisebilder" Mitte April erschienen,als Varnhageu an Heine schrieb:Aufsehen, viel Aufsehen machtFhr Buch, und Dümmler nud Konsorten nennen es nach ihremBuchladcnmaß ein gutes, aber die Leser verstutzcn, sie wissen nicht,ob sie ihr Bergungen nicht heimlich halten und öffentlich ableugnen