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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
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Biographie. 49

ungeheures Aufsehen, so daß der Chef der Maurerschen Buchhandlung,weiche den „Gesellschafter" herausgab, sich dazu entschloß, die Gedichtezu verlegen und dem jungen Poeten statt des Honorars vierzig Frei-exemplare zu gewähren. In dem Brief Heines an den Verleger, inwelchem er ihm den Verlag der Gedichte und Dramen anbot, schreibter: „Ich glaube nicht, daß ich hier in Berlin sehr bekannt bin, aberdesto mehr bin ich es in meiner Heimat am Rheine."

In den ersten Dezembertagen des Jahres 1821 erschienen „dieGedichte" und wurden nun allgemein besprochen, gelobt und getadelt,ja, was noch mehr bedeuten will, sogar gekauft und — travestiert.Die erste bekannt gewordene Kritik erschien im „Gesellschafter" vom19. Januar 1822; sie rührte von Varnhagen v. Ense her, der alskritischer Richter eine maßgebende Stellung innehatte, so daß die Anzeigewohl den Wert eines Gelcitbriefes für den jungen Dichter repräsentierte.

Auch viele andere Kritiker, berufene und unberufene, sprachensich wie Varnhagen in günstiger Weise über die neue Erscheinungaus, die bald glühende Verehrer, eifrige Nachahmer, aber auch ent-schiedene Gegner fand. Schon am 16. Oktober sah sich Heine zu deröffentlichen Erklärung im „Gesellschafter" genötigt, daß einige in der„Abendzeitung" abgedruckte und mit dem Namen „Heine" unter-zeichnete Gedichte nicht von ihm herrührten. Später erschienen im„Westtcntschcn Musenalmanach" einige mehr oder minder gelungeneParodien Heinescher Lieder, die teils von I. B. Rousseau, teils vonH. Anselmi (Josef Lehmann) verfaßt waren; auch Herrmami Schiff,der Vetter und Freund Heines, und ein Herr von Schilling parodiertendie Heinesche Manier.

Auch sonst hatte Heine mancherlei von Freund und Feind zuertragen, so daß die fröhliche und heitere Stimmung, in der er sichzu Ende des Jahres befunden hatte, bald wieder jenen trüben Vor-stellungen wich, die ihn gar oft anwandelten. Er glaubte sich verfolgtzunächst seines Glaubens, dann aber auch der Anerkennung wegen,die seine Schöpfungen in so reichem Maße gefunden hatten; überausempfindlich gegen jeden Tadel, vermochte ihn eine absprechende Kritik,ja selbst eine feindselige Notiz oder ein Inserat in die bitterste undgehässigste Stimmung zu versetzen. Dazu kamen mannigfache körper-liche Leiden. Vor allem ein nervöser Kopfschmerz, über den er sichschon in frühester Jugend beklagte und der ihn im Leben nie wiederverließ. Diese trübe Grnndstimmung klingt ans vielen Briefen undGedichten jener Periode heraus, am deutlichsten aus einem,- erst voreinigen Jahren veröffentlichten Billet an Christian Sethe, in welchemer dem alten Jugendgenossen Plötzlich nachdrücklichst und entschiedendie Freundschaft aufkündigt.

Indes hatte er sich mit dein besten, edelsten und bravsten seinerJugendfreunde, „dem ehrlichen Christian, dessen bloßes Wort am

Heine's Werke, r. Vd. (Biographie.) 4-