5V Biographie.
jüngsten Tage dem Gnadcnrichter mehr gelten wird, als die Eidevon Hnnderttausenden", bald wieder ausgesöhnt, und es war ihm einschmerzlicher Verlust, als der Freund gegen Ende des Jahres Berlinverlassen mußte; Sethe wurde als Referendar an die Regierung inMünster versetzt. In dieser Stadt hatte Heine außerdem noch zweiFreunde, den bereits wiederholt genannten Friedrich Steinmann, einenunermüdlichen Vielschreiber, der Heine noch manche böse Stunde be-reiten sollte, obwohl dieser seine wenig bedeutenden Schöpfungen stetsbesonders mild beurteilt hatte, und Karl Jmmermann.
Wie Heine war auch Jmmermann von der romantischen Schuleausgegangen; gleich ihm hatte auch er sich aus den Banden derRomantik frei gemacht, und wenn auch auf verschiedenen Wegen, mitverschiedenen Anlagen und einem grundverschiedenen Charakter, sostrebten doch beide einein geineinsamen Ziele zu. Nachdem Jmmermann,wie bereits bemerkt, im „Rheinisch-westfälischen Airzeigcr" die „Ge-dichte" Heines in wahrhaft aufmunternder und freundlicher Weisebesprochen hatte, entwickelte sich eine innige und andauernde Freund-schaft zwischen beiden. Heine machte in den litterarischen KreisenBerlins eifrige Propaganda für Jmmermanns Dramen, was ihmvon manchen Berliner Dichtern sehr verübelt wurde, und am 24.Dezember desselben Jahres dankt er ihm für die „bedeutungsvollen,mcnschcnvcrsohncnden LiebeSworte", mit denen Jmmermann seinekritische Anzeige über die Gedichte geschlossen hatte.
Einer der eifrigsten Gönner der Muse Heines und einer seinervornehmsten Freunde war zu jener Zeit der Dichter de la MotteFouqus. Fouquo war gleichsam der märkische Dichterfürst, der gesell-schaftliche Mittelpunkt der romantischen Schule. Alle ihre Dichterwaren stolz darauf, mit ihm in nähere Beziehung zu treten. Manlese nur das Entzücken Hoffmanns, als er mit Fonqus in Berührungkam! Jean Paul und Goethe erkannten den Dichter an; die Jugendder Freiheitskriege feierte in ihm einen geistigen Vorkämpfer. Unddieser Mann war einer der ersten, der Heines poetisches Talentfreudig anerkannte und der in einem innigen Gedichte ihm seine An-erkennung zugleich mit einer eindringlichen Mahnung, sich mit seinemGotte zu versöhnen, aussprach.
Heine war durch die Teilnahme des damals so hoch angesehenenMannes tief gerührt und erwiderte sein Schreiben mit gleicher Herz-lichkeit. Nichtsdestoweniger verurteilte selbstverständlich Heine auf dasentschiedenste die mittelalterlich-romantische Richtung FonqusS.
Auch die Gattin des Barons de la Mvtte-Fouqus, ferner Adalbertvon Chamisso, Willibald Alexis, Michael Beer, der Dichter des „Paria",Eduard Hitzig und der bereits genannte F. W. Gnbitz zahlten injener Zeit zu Heines Freunden und Förderern.
In studentischen Kreisen verkehrte Heine auch in Berlin nur sehr