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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
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258
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258 Vorrede zu dem Trauerspiel Arminius.

reu reich an baarem Gelde gewesen seyn müssen, weil dieNatnr eines solchen Handels dieses mit sich bringt, unddie Vornehmen nicht durch eigenes Gewerbe, sonderndurch die Abgaben der Geringern, reich sind. Ich schließeferner, daß man damals auch schon solche Früchte inDeutschland gcbauct habe, welche dem verwohnten Gau-men der Römer gefallen können. Unwahrscheinlich ist esauch nicht, daß sich der römische Geschmack den Deut-schen empfohlen habe, da sie vielfaltig bey jenen zur Mahl-zeit geladen wurden; da sie so thöricht waren römischeNamen anzunehmen, und ihre Mütter zu Huren zu ma-chen, um ihr Geschlecht vom Cäsar ableiten zu können.Nicht zu gedenken, daß diejenigen, welche aus Italienzurück kamen, die römischen Moden den einheimischenvorgezogen haben werden. Jtalus, des Arminius Bru-ders Sohn, richtete seinen Hofstat so ein, wie er es zuRom gelernt hatte. Seine Tafel, seine Kleidung, seineBedienten waren nach römischer Weise eingerichtet; undman findet nicht, da er sich wegen anderer Vorwürfe ent-schuldiget, daß er sich dicserhalb gercchtfertigct habe.Vermuthlich, weil schon andre, obwohl mit mehr Mas-sigkeit, die auswärtigen Moden angenommen hatten. Ver-muthlich, daß schon Arminius, da er als General dierömisch-deutsche Armee angeführet, von eben dieser Seitenicht unempfindlich gewesen. Es ist auch wohl nicht zuleugnen, daß die Mutter und Gemahlinn des Jtaluskeine Feinde der fremden Gebrauche gewesen. Die bloßeWahl des Flavius und desZtalus setzet dieses schon zumVoraus. Denn, so wenig die heutige Zärtlichkeit einesDeutschen sich mit der steifen Einfalt einer ungezogenenBaurinn befriedigen würde: so wenig ist zu vermuthen,daß die Tochter des Catumcrs, da sie dem römischen Fla-vius, dem Bruder des Arminius gefallen, einer Röme-rinn etwas nachgegeben habe. Bey solchen Voraussetzun-gen