212 Briefe an Herrn Kanonikus Glcim.
scn. Das Ware wirklich abenteuerlich; ich fürchte recht,ihn völlig verstellt zu sehen. Ihren Preusse n ") habeich sogleich an seinem Ton erkannt. Er ist so stark inseiner eigenen Manier, daß ich gleich bey der ersten Zeilebey mir sagte: o das ist unser lieber Herr Gleim! —Von den hiesigen schönen Köpfen kenne ich noch keinenEinzigen. Alles, was ich schön gesehen habe, sind Mad-chenköpfe gewesen.
Dem Herrn Domdechanten von Spiegel antworteich heute noch nicht, weil ich erst noch zum Lord Grenvillegehen und mit Herrn Westphal, den ich gestern verfehlthabe, sprechen will. Ich bitte, Ihm dieses, nebst dtpVersicherung meines unterthanigen Respects, gütigst zuvermelden. Herr Westphal geht nächstens von hier, nach-dem er eine Pension von 200 Pfund erhalten hat.
Leben Sie ja wohl, und vergessen mich nicht. Anden Herrn Präsidenten von Heiligenstadt und seine FrauGemahlinn werden Sie hoffentlich meine beste Empfeh-lung gern übernehmen.
Herrn Klopstocks neue Trauerspiele erwarte ich mitVerlangen. Aber nicht hieher. Denn für des HerrnDomdcchantens Brief habe ich 2 Pfund Sterl. geben müs-sen. Das bloße Couvcrt eines einfaches Briefes kostet12 Groschen. Was an Herrn Botenmeister den Hanno-verischen Residenten im Haag franco addressirt wird, er-halte ich umsonst. Es darf aber kein Packet seyn.
Des Herrn Dcmdcchanten Rechnung soll ante tsr-minum yeremtorlum gewiß übergeben werden. Dasübrige beantworte ich nächstens.
*) Gedichte eines Preussischen Grenadiers.
III.