Briefs an Herrn Kanonikus Gleim. 20z
seit, sich vereinigte. Ob nun schon eine solche Gesell-schaft, wenn sie auch aus lauter Carterets bestände, we-gen der damit verknüpften Schwierigkeiten, welche dieHerren Buchhändler dagegen machen würden, sich nur inWcitlauftigkeit und Schaden stürzen würde; so glaubeich doch, wenn in unterschicdnen Gegenden Deutschlandseinige Freunde sich der Sache annahmen, daß eine hin-längliche Subskription zu Stande zu bringen wäre. Nurmüßte dafür gesorgt werden, daß dies Werk durch diePracht sowohl als durch seinen Nutzen gefiele, weil ersteremehr Liebhaber unter den Büchcrsammlcrn findet. Hat-ten die Minnesinger es dahin gebracht, daß sie unter denHeiligen im Calcndcr, oder auch nur unter den D0A0-ribus communifius in gloklu ständen; so wollreich hiergewiß einen guten Theil davon absetzen. Goldast, dergeschworne Liebhaber dieser Lieder, wußte die Kunst, siein den wichtigsten Sachen anzuführen. Man findet siefast so häufig in seiner l^eplueatione pro kacra tüaelu-reuMchestate ilsultrislimchue Imperii orciinifinz ust»vsrsuz Luotlsrum, als in feinen Noten zu König Ty-rols und der Winsbeckcr Gedichten; welche wohl verdien-ten, von feinen übrigen?3raeneticis abgesondert undvon neuem aufgelegt zu werden, da man sie in dengroßen Büchersalcn nur selten findet, und ich sie miraus der Hannoverischen Bibliothek habe abschreiben las-sen müssen.
Um aber wieder auf meine Stücke zu kommen; somuß ich doch wohl mit einer Probe die Gewahr leisten,daß sie von der besten Art sind. Ich nehme sogleich dieerste Strophe, welche mir aufstoßt:
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