Briefwechsel mit Friedrich Nieolal. 18z
aus den Rra u n sch w c i g sch c n Anzeige n *) anfüh-ren, nicht; doch kann es von mir seyn, weil ich man-ches bey einem augenblicklichen Einfall schreibe, undwann dieser vorüber ist, es ganz wieder vergesse. Esging mir mit dem abgeschafften Herkommen,was Ihren freundschaftlichen Beyfall hatte, eben so;ich hatte es für einen Freund, der sich von mir ein Sujetzu einer komischen Oper ausgcbeten hatte und darübergestorben ist, entworfen, und vergessen, daß ich es hattenachher abdrucken lassen. Ich habe noch eine Menge vonAufsätzen liegen, die ich bey guter Laune angefangen habe,aber nicht zu Ende bringen kann, weil der erste Augen-blick nicht wieder kommt, und ehe ich einen alten endige,fange ich zehnmal lieber cincn neuen au, wofür mir dasBlut wallet.
Meine Osnabrückfche Geschichte zieht mich zu sehran sich; ich flicke noch immer an ihrer Fortsetzung, unddie Zeit allein kann es entscheiden, ob ich so weit damitkommen werde, daß noch ein Band voll wird. Dieneue Auflage hat mir sonst in ihrer äußern Schönheit sehrWohlgefallen; die Druckfehler sind auch erträglich, undkch kann sie beym dritten Theile anzeigen.
Ich fand den höchst interessanten Aussatz: „Ein kleiner„Umstand thut oft vieles," der nachher in den Patrio?rischen Phantafieen, IVr Th. S. 6z. abgedrucktworden, zufallig inNr.-zz.dcr BraunschweigschcnAnzeigen von 1774, mit A. unterzeichnet. DieserAussatz fiel mir so auf, daß ich mich in Braunschweig er-kundigte, wer der ungenannte treflicheKopf sey, der die-ses Stück habe schreiben können 7 Da erfuhr ich denn,daß es aus den Osnabrückschen Anzeigen in die Minden-scheu, und von da in die Braunschweigschen seinen Weggefunden hatte; und da war leicht zu schließen, daß Mo-ser der Verfasser sey. N.
Dieser ist leider nie erschienen. N.
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