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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
173
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Briefwechsel mit Friedrich Nieolai. 175

22.

Osnabrück, den 20. Dec. >778.

3>or 8 Tagen schrieb ich Ihnen, liebster Frennd, un-ter einem Umschlage an Hrn. Vüsching, dem ich eben eingroßes Packet zu schicken hatte; und gleich nachher fandich das hiebcy gehende Blatt auf meinem Tische, wel-ches vermuthlich zu demjenigen gehört, was ich Ihnenvon meiner Geschichte überfandt habe.

Vor einiger Zeit habe ich ein Gutachten wegen derhiesigen Zehnten H entworfen, und bloß aus einer In-duktion aus einer Menge beygelegter hiesigen Urkundengezeigt, daß keine Zehnten zu Anfange vom Felde gezo-gen , sondern den Leuten zu einem leidlichen Preise gelas-sen worden, so baß durchaus die Regel für die ursprüng-liche Ablösung gefastet, und Keiner zum Zugzehnten ge-lassen werden müßte, als insofern er davon im Besitzgewesen zn seyn erweisen kann. Dieses, sage ich, habeich aus einer bloßen Kette von Factis und Datis, wor-über die Urkunden beygelegt sind, und zwar, wie ich mirschmeichle, dergestalt gezeigt, daß kein ehrlicher Manndaran weiter zweifeln kann, und selbst das Rcichskam-mergericht, wohin jenes Gutachten in einer gewissen Sa-che geschickt ist, seine bisher hierunter angenommeneMeynung andern wird.

Vielleicht konnte diese Abhandlung, es sey nun, daßich ihr die Gestalt eines Gutachtens lasse, oder dasselbenoch umschmclze, im Preußischen ihr Glück machen, woman auch darauf bedacht ist und wenigstens immer mehr

Bedacht

*) Ein Auszug dieses Gutachtens ist im IV. Theile derPhantasieen, S. z 5 >. fg. gedruckt. N.