Briefwechsel mit Friedrich Nicolai. 16»
16.
(Erhalten den 9. Inn. 1777.)
^Lbre beiden letztem Briefe habe ich unbeantwortet gelas-sen, weil ich es mit guten Freunden so genau nicht neh-me, und zu Ihnen das Vertrauen hege, daß ich Sie auchwohl in der Nachtmütze, die Sie mir in auf-
setzen wollen, empfangen dürfte. Jetzt aber, da sichunsre Kaufleute, welche nach Leipzig wollen, bey mirmelden, mag ich Ihnen ferner nicht verhalten, daß wirhier keinen Maler besitzen, von dem ich mich zur Schaustellen lasten dürfte. Der vorige war ein MichelAngelo dclla Scopa, und der künftige wird ge-wiß nicht diBu 0 nar 0 ta seyn. Also werden Sie dieHofnung, mich in ntto cli knntgstn zu sehen, fahrenlassen müssen ; es wäre denn, daß ein gewisser Maler inLeipzig'"'), dessen Namen mir entfallen ist und der sichbereits seit einem Jahre verbindlich gemacht hat, hier20 Bildnisse für 500 Rthlr., die ihm auch versichertsind, zu malen, seinem Versprechen nachkommen sollte.
Einen dritten Band meiner Phantasiern kann ichnicht weiter versprechen. Was ich jetzt mache, gefalltmir nicht, und es ist besser ich höre auf zu schreiben, eheAndre aufhören zu lesen.
Wcstphalische Volkslieder habe ich einige gesam-melt, aber noch nicht die Zeit gehabt, dic Mclodieen zunotiren, und ich wußte auch nicht, ob Sie bey Ihrem
Vor-
*) Nehmlich der das Bildniß malte, das vor der A. D.
Bibliothek steht. N.
5*) Der verstorbene Herr Gottlob. N,
M'oserS berm, Schriften. z.Pb. H