»e>o Briefwechsel mit Friedrich Nicolai.
konnten. Nun wäre die Frage: ob wohl noch ein bes-seres Gemälde vorhanden wäre, und wenn dieß nicht:ob etwa noch cine Zciehnung nach der Narnr gemachtwerden konnte? Ich überlasse Ihnen, ob es nicht male-rischer aussehen würde, sich in einer Mütze zeichnen zulassen — in dem Augenblicke, in welchem Ihnen etwadie Phantasie von der Spinnsiubc oder von detallerliebsten Braut gekommen ist. — Denn ichmeyne, zu solchen Phantasieen muß man recht gemächlichseyn, ohne eine wohlfrisirte Perücke aufzusetzen. Ichbitte mir hierüber Ihre Antwort auch aus.
Die Hoffnung, Ihre Osnabrücksche Geschichtevollendet zu sehen, ist mir äußerst angenehm. Cs istschwerlich so leicht ein anderes historisches Buch zu fin-den, das dem Kenner und dem Liebhaber gleich interes-sant ist»
Ich sende Ihnen hiebey einen Almanach vonVolksliedern, von welchem die Vorrede von mir,die Lieder aber alle ächte Handwerksburschen - und Pö-bellieder sind. Meine Absicht ist, unsern seynwollcndenGenies, die allerley Unfug treiben, einen kleinen Zwickin die Ohren zu geben, dabey aber doch auch solcheVolkslieder aus der Dunkelheit zu ziehen, die wahreNaivität haben. Könnten Sie mir dazu einige ausden Osnabrückschen und andern Wesiphälischen Gegen-den schaffen? Ich dächtt, es müßte da schöne Spinn-siubenlieder geben. —