z 5 z Briefwechsel mit Friedrich Nicolai.
appcllire von Ihrem Urtheile nicht; und erkenne niichnnr für einen Layen in dem Orden der schonen Geister.Meine Bestimmung hat mir nicht Melassen, die Probe-jahre auszuhalten, welche zur Aufnahme in irgendeinegelehrte oder schone Gesellschaft erfordert werden. Alleines muß auch nur Ihr Urtheil seyn, und Sie müssen esnicht machen, wie Artaxerpes beym Mctastasio:
?ei'ck>e amici?!s in Ziculice c colpaLA LiraNzno il xiu6iL>a bo commewn.
Der allerhöchste Beyfall, dessen Sie erwähnen, istMir nicht gleichgültig *). Ich habe immer gewünscht,nützliche Wahrheiten, die mir von der Erfahrung ausdem taglichen Leben an die Hand gegeben wurden, aufeine eindringende Art zu predigen; und zu dieser Ab-sicht ist mir der Beyfall einer ungclehrten Person vonrichtigem Gefühl angenehmer, als aller übrige. —Nach Sulzers Theorie ist jede Kunst dem Endzwecke un-tergeordnet, und die feinste Moral ist nur ein Spiel-wcrk**), wenn sie die Faust nicht zu großen und nützli-chen Arbeiten stärkt.
Das
Die nachher verwitwete, jetzt hochsclige Königinn vonPreußen las Mosers Phamasieen mit Beyfall, und hattedieß mich wissen lassen. N.
) Ein Spielwerk, welches unsere tiefen theoretischen Phi-losophen seit einiger Zeit fast ein wenig zu fein und zuarg treiben. Man f. auch in den Phantasteen Theil 2,S. zo8, was Moser von der Wirkung und praktischenBrauchbarkeit der theoretischen Philosophie hielt. Des-gleichen sagt er im iten Bande, S. > l o fthr treffend, ineiner Abhandlung vom moralischen Gesichts-punkte: „Die Leute, welche von der Falschheit der„menschlichen Tugenden schreiben, wollen immer Fümet„ohneFäulung, und Blitze haben die nicht zünden. " N.