Briefwechsel mit Friedrich Nicolai. 14;
gesprochen und gewünscht, daß ein Wiiikelmann, der Phi-losophie und Historie genug besäße, solche »üt einemscharfern Auge betrachten mochte.
Ich habe die Zeit nicht, mich hierüber weitläufigerzu erklären. Um mich kurz auszudrücken, will ich nursagen, wie ich wünschte: daß jemand alles dasjenige,was zur Beantwortung dcr Preisfrage öel'instnoncel!az vpinionL sur la et cln sur les
cipinicms in ihrer mächtigsten Absicht erfordert wird,besitzen, und mit dieser Znrüstung zugleich die übrigeneinem Geschichtschreiber nöthigen Wissenschaften vereini-gen, mithin Hand ans Werk legen mochte; weil ich alleAugenblicke fable, daß das Kostüm der Worte und derdamit verknüpften modernen Begriffe dem Geschichtschrei-ber unendliche Mühe macht. Freyheit z. B. ist dasRecht dcr Bettler, in einer Periode wo die Land-besitzer von ihrem Acker zu Felde ziehen, und ihre Ehrein diese ihre Schuldigkeit setzen. Daher werden in denUrkunden einer gewissen Zeit Üftori et pnuperes allezeitzusammengesetzt. Freyheit wird aber ein Vorzug,wenn die Monarchie Alles unter ihrer Macht faßt; undF r e y h e r r ward ein Ehrentitel, nachdem die Terri-torialhoheit den Adel beschattete. Ich könnte unzähligeWorte anführen, welche ein gleiches Schicksal gehabthaben, und den politischen Begebenheiten zur Kontrolledienen. Es ist unglaublich, wie arm unsere Sprache ist,wenn es auf den Ausdruck gewisser PolitischerVerfassungen ankommt. Der ssreeftolcler ist derhöchste Grad den wir ausdrücken können. Den (Huri-tem, den Wehr d. i» den ?ropr!etarium
lido-
*) Eine Aufgabe der Berlinischen Akademie der Wissen-schaften, wobey Michaelis in Gvttinaeu den Preiserhielt. N,