142 Briefwechsel Mt Friedrich Moku,
loren ist. — In Ansehung der Römischen Historie be-sinne ich mich noch, daß ich ihm rieth, Rom erst aufmerk-sam als ein Dorf zu betrachten, und die Hypothese an-zunehmen, daß aus Landbauern Bürger geworden wa-ren; weil ihm dieses, nehmlich daß sich Bauerrecht inBürgerrecht verwandelt hatte, ungemeine Dienste thunwürde. Und wirklich nichts macht die Römische Ge-schichte wahrscheinlicher, als die Gradation, welche sichin der Ausartung ihrer landlichen Begriffs findet. ZumBeyspiel: daß der jüngste Sohn das Haus erbte, daßder films emuncnputus von der Erbschaft ausgeschloffenwar, u. s. w. war lauter Bauerrecht, und verlor sich nach-dem sie mehr verbürgerten. — Alles klebrige sindeinzelne Gedanken gewesen, welche unhvut äe In plumekamen, und ihm zugeschickt wurden.
Was er mit den Aussichten, die ihm Herr Win-kclmann gegeben, sagen wollen, kann ich nicht mitGewißheit bestimmen. Vielleicht gedachte er dessen Ge-schichte der Kunst mit der politischen in Verbindung zubringen, die Werke der Freyheit mit den Denkmälern oersklavisch gehaltenen Völker zu vergleichen, die Wirkun-gen jeder politischen Verfassung auf den Stil, die Kühn-heit und den Adel der Kunst zu zeigen, und die Reife einesjeden Staats, einer jeden Sprache , und überhaupt einesjeden Nationalgenies aus der Geschichte der Kunst mit zuerweisen. Wenigstens würde ich solches von ihm erwar-tet haben. — Es kann aber auch seyn, daß er einenandern Gedanken dabey gehabt. Es giebt mehrere Artenvon Antiken, als diejenigen, welche Herr Winkelmannzu seinem Gegenstände erwählt; ick? meine diejenigen,welche Montesquieu in ein großes Und vortreffliches Ge-mälde gefügt hat, ohne gleichwohl eine einzige einzelneFigur mit dem gehörigen Fleiße und der erforderlichenTreue behandelt zu haben« Von diesen hatten wir oft
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