iz6 Briefwechsel mic Friedrich Nicolai.
doch in seinen Schriften zu richten hatte. Er kam aberjetzt gerade von diesen, Knnsisiil, welcher vielleicht füreine Optik in der Moral, worin man die Ingredienziender Tugend durehs Vergrößerungsglas untersucht, ge-recht gewesen seyn würde, zurück; und würde in'seinemnächsten Werke so deutlich und reizend als stark gewe-sen seyn.
Er hatte sich ehedem vorgesetzt gehabt den Tacituszn übersetzen; und ich glaube, daß dieses sein Werk ge-wesen wäre. Die M eutcrcy des Katilina von, Sallusthat er übersetzt hinkerlassen, und der Herr Graf vonDückeburg wird solche zum Druck befördern. In dasWort Meutere,) hatte er sich verliebt; ich höre aberdoch, daß es nun die Zusammenrottung sey,Sonst glaube ich nicht, daß er bey seinen noch jungenJahren etwas Hauptsächliches hinterlassen habe,
Seine ersten Gedanken hat er wohl in den Briefenüber die neueste Litteratur, und in andern kleinen Beur-theilungen guten Theils angebracht, und hiernachsi mitder Italiänischen und Cnglandischcn Sprache sich einegute Weile abgegeben. Die Franzosen würden uns auserstcrn einen Lsprit äs lVIr. .4chsit, wie den Esprit äsOesfontuinsz, geben. — Es gefiel ihm auch nicht,daß er sich den schonen Wissenschaften und der Mathema-tik so vorzüglich gewidmet hatte. Er wünschte einRcchtsgelchrtcr und Publicist zu seyn, und die unfrucht-bare Ehre eines Schriftstellers mit einem guten einträg-lichen und angesehenen Posten vertauschen zu können.Wenn er gelebt hatte, so glaube ich, daß er diesen sei-nen Plan ausgeführt haben würde, wozu er Genie undArbeitsamkeit genug, und in seinem damqligen Postentzicle Gelegenheit hatte.